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Wenn die eigenen Abonnenten den andern gehören

Foto: Mike Wilson

im Juli 2015
von Sandra Lohrmann

Auf Facebook, Twitter, YouTube und Instagram eine eigene Fangemeinde schaffen – Social Media gehört heute, für fast jedes Unternehmen, genauso zum Alltag, wie der Versand einer E-Mail. Die Follower oder Freunde werden mit Gewinnspielen, Produktneuheiten, Rabattaktionen und persönlichen Antworten versorgt. Es wird viel Zeit, Geld und Mühe in die eigene Social-Media-Kommunikation investiert. Dabei wird oft das eigentlich Offensichtliche übersehen: Die Abhängigkeit von dieser Plattform.

Der Zugang zu den eigenen Abonnenten ist immer den Spielregeln der Plattform unterworfen: Man kann nur das machen, was erlaubt ist. Eigene Ideen oder Änderungen sind tabu. Sie halten sich an diese Vorschriften, weil Sie müssen – schließlich hat das soziale Netzwerk alle Daten der eigenen Abonnenten, Sie kennen nicht mal ihre Namen. Im einfachsten Fall muss man dann für die Ansprache der Kontakte »nur« Geld bezahlen, im schlimmsten Fall wird das Geschäftsmodell geändert und man hat keine Chance mehr, alle Kontakte sind verloren. Sie stecken also Zeit und Geld in die Anwerbung von Fans und Followern, die Ihnen nicht mal »gehören«.

Das bedeutet, die Strategie muss so angelegt werden, als könnten die Follower von jetzt auf gleich verschwunden sein.

Was tatsächlich passiert – Beispiel Facebook

Warum erreichen Unternehmen mit unzähligen Freunden auf Facebook trotzdem keine nennenswerten Ergebnisse? Die Antwort darauf ist simpel: Das soziale Netzwerk beschränkt mit gezielten Maßnahmen die Reichweite. Im Newsfeed wird der Content von einem – sich ständig ändernden – Algorithmus ausgewählt. Schon lange erreichen die Posts der Marken und Unternehmen daher nur noch einen Bruchteil der eigenen Fans. Auf diese Weiße sollen sogenannte „Bettel-Posts“ reduziert werden. Dass nebenbei die Unternehmensposts kaum noch Fans erreichen und daher immer öfter auf Paid Media zurückgegriffen wird, ist ein lohnender Nebenverdienst für das Netzwerk.

Nutzen Sie die sozialen Netzwerke zur Gewinnung eigener Abonnenten-Daten

Damit die soziale Plattform nicht der einzige Kontakt zum Kunden bleibt, müssen die Follower zu Abonnenten auf der eigenen Plattform werden. Am einfachsten gelingt das über die E-Mail-Adresse: Regelmäßig Content versenden, der begeistert – voll gespickt mit wissenswerten Themen, hilfreichen Insidertipps und angesagten Events, natürlich immer hochwertig aufbereitet. So gewinnt und hält man sein Publikum, zu dem man dann über E-Mail – ein Standard, den jeder nutzen kann – ohne Einschränkungen Zugang hat.

Die sozialen Netzwerke haben ihre eigene Dynamik, die es zu kennen und verstehen gilt. Mit der richtigen Strategie nutzen Sie die Vorteile der Plattformen geschickt für Ihr Unternehmen: Aber bitte nicht mit dem Ziel der Abonnentengewinnung auf einer fremden Plattform.

So wenden Sie diese Informationen gleich an:

  1. Diskutieren Sie mit Ihren Kollegen über diesen Artikel und deren Sicht auf das Potenzial der sozialen Netzwerke – ein Link zum Artikel genügt.

  2. Prüfen Sie selbst die Ziele Ihrer Social-Media-Strategie: Generieren Sie auch Daten für andere, anstatt Abonnenten auf der eigenen Plattform zu »sammeln«?

  3. Wie hoch ist die Qualität Ihrer E-Mail-Aussendungen und was verrät Ihnen die An- und Abmelderate über Ihren publizierten Content?

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