Visual

Distribution

Vorbereiten auf morgen: Die B2B-Sprachsuche kommt

Foto: Photo by Andres Urena

im April 2018
von Marc Stöcker

Fast 25 Prozent der mobilen Suchanfragen bei Android erfolgen laut Google mittlerweile über die Sprachsuche. In der Küche ermöglicht uns Google so einfacheres Multitasking, im Bad verhindert Alexa, dass unsere nassen Hände mit Radio oder Handy hantieren müssen, und bei der Autofahrt sind Cortana und Siri ein unverzichtbares Sicherheitsplus. Neben dem Smartphone verbreiten sich mittlerweile auch die smarten Lautsprecher: Markführer Amazon verkauft weltweit Millionen Stück dieser Geräte.

Im B2B-Umfeld sind Sprachsteuerung und Sprachsuche noch nicht annähernd so weit verbreitet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird, wenn sich diese Technologie bei den Konsumenten weiter durchsetzt. Bis jetzt war es schließlich immer so, dass solche Produkte über kurz oder lang Ihren Weg vom Privatwender in das Enterprise-Umfeld genommen haben – Komfort und Bequemlichkeit sind eine starke Motivation. Im geschäftlichen Umfeld sorgen sie häufig für mehr Zufriedenheit und eine verbesserte Produktivität und verdienen sich dadurch ihren »Zutritt«.

Voice Search verändert Content und Ranking

Wer denkt, dass sich durch die Sprachsuche nichts ändert, der täuscht sich! Voice Search ist entgegen der vereinfachten Betrachtung vieler eben nicht einfach nur »gesprochenes Tippen«. Die Sprachsuche wird von den Anwendern anders wahrgenommen – und dadurch auch anders genutzt als die klassische Suche: Der Suchschlitz wird von den meisten Nutzern heutzutage mit Keywords befüllt und nur in bestimmten Fällen mit ganzen Sätzen bzw. Fragen. Das haben wir uns über die Jahre so angewöhnt, denn es ist schneller und bequemer – und die Suchergebnisse sind gleichgut oder bisweilen gar besser. Schließlich haben sich auch die Suchmaschinen, allen voran Google, auf diese Art der Abfrage eingestellt.

Beantwortet Fragen – genau wie Content-Marketing

Bei Fragen an digitale Sprachassistenten wie Google Assistant (Google Home), Microsoft Cortana oder Amazon Alexa möchte die Nutzerin überwiegend direkte Antworten erhalten. Ganz dem Prinzip »Frage und Antwort« folgend, wünscht sie sich keine Liste an Möglichkeiten wie auf der Suchergebnisseite der klassischen Recherche per Suchmaschine. So wird daher eine Website gesucht, die eine kurze und prägnante Antwort auf die gestellte Frage bietet. Schafft man es als Anbieter in diesem Ranking vorbei an Wikipedia & Co., hat man gute Chancen, die Frage mit seinem Content beantworten zu dürfen. Ganz klar: Bei der Sprachsuche gibt es nur einen Gewinner (erster Treffer) und viele Verlierer (alle anderen).

Google geht immer mehr dazu über, Fragen direkt zu beantworten, anstatt Optionen (und damit Links zu Websites) anzubieten. Sehr vergleichbar mit dem medienbedingten Vorgehen bei der Sprachsuche:

Mehr zur«Google Antwortbox«

In wie weit man sich hier als Marke in die Antwort einschleusen kann, ist ein wichtiger Faktor, denn anderenfalls bietet man zwar Informationen und ist hilfreich – hat selbst jedoch nichts davon. Es erfolgt kein besonderer Hinweis auf Quelle und Urheber oder allenfalls dezent bzw. in der Suchhistorie oder App (z.B. Alexa) – die Anwender würden das anderenfalls ohnehin kam akzeptieren. Es geht um Informationsbeschaffung und diese sollte schnell und kompakt ablaufen.

Die unterschiedlichen Systeme haben zudem auch unterschiedliche Schwerpunkte: Während sich Google Home sehr auf Suchanfragen und deren Beantwortung konzentriert (quasi die Google Kernkompetenz), kann Amazon Alexa beim Kauf von Produkten über Amazon punkten, indem anhand der Daten aus dem Kundenprofil geeignete Produkte ausgewählt werden (»Alexa, bestelle eine Flüssigseife«). Um langfristig im Haushalt (und später im Büro) der Anwender verleiben zu dürfen, wird es nötig sein, gut funktionierende Assistenzfunktionen zu bieten. Niemand will ein System, dass nur einkaufen oder nur das erste Suchergebnis vorlesen kann. Es ist also davon auszugehen, dass sich die Sprachassistenten nach und nach weiterentwickeln – was man auch daran erkennt, dass die beiden Marktführer Google und Amazon regelmäßig Updates verteilen.

Amazon prescht vor

Wie die Entwicklung im Unternehmensumfeld aussehen wird, ist noch nicht absehbar. Amazon hat den ersten Schritt bereits getan und »Alexa for Business« als recht kompletten und durchdachten Dienst (US only) veröffentlicht:

Starten und mitwachsen!

Wer sich frühzeitig mit der Recherche zum Thema beschäftigt und bereits die ersten Gehversuche unternimmt, ist bestens gerüstet, sobald die digitalen Sprachassistenten auch das B2B-Umfeld erstürmen. Bis dahin darf man aber auch nicht vergessen, dass bereits jetzt viele Nutzer ihr persönliches Smartphone (Google Assistant, Apple Siri, Microsoft Cortana), Ihren Laptop (Apple Siri, Microsoft Cortana) oder ihren privaten Lautsprecher (Amazon Alexa, Google Home, Microsoft Cortana) verwenden, um Antworten zu erhalten.

Höchste Zeit also, sich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen!

Hier einige ausgewählte Links zu Artikel und Texten zum Thema:

Direkt auf die Geräte mit Apps und Skills

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, der kann mit einem eigenen Skill (Alexa) bzw. App (Google Assistant) echten Mehrwert für die Nutzer bieten.

Auch bei Skills gilt: Begeistere oder sei zumindest hilfreich. Anderenfalls ist es nur ein weiterer erfolgloser Alexa Skill der Zeit und Geld gekostet hat.

Geben Sie es weiter: Save, Share, Like, Tweet

Teilen und kommentieren Sie diesen Artikel: Wir freuen uns über Ihre Meinung, Ihr Feedback und den Austausch mit Ihnen.

B2B Content Marketing Insights

Impulse für B2B-Marketing- & Strategie, -Konzept und -Technologie direkt ins Postfach