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Win-win für Umwelt und Unternehmen: Ecodesign

Foto: Christine Steinhart

im Mai 2017
von Christine Steinhart

Selten waren sich die Staaten der Welt so einig: Donald Trump’s Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ist schlichtweg »bullshit«. Das Kopfschütteln über die Aufkündigung des Pariser Abkommens reicht von Europa über Russland bis China – und auch innerhalb der USA stößt dieser Schritt auf Unverständnis: Unternehmen wie Apple, Facebook und Ford kritisierten diesen Schritt, Menschen gehen auf die Straße und bekennen sich zum Klimaschutz.

Besonders Kalifornien scheint sich in dieser Sache überhaupt nicht dem Willen seines Präsidenten beugen zu wollen. Jerry Brown, Gouverneur von Kalifornien, kündigte kurz nach Trump’s Beschluss eine amerikanische Klimaallianz an, ein Bündnis amerikanischer Staaten, die das Paris-Abkommen weiterhin aufrechterhalten wollen. Kalifornien, sechstgrößte Wirtschaftmacht der Welt, gilt als Vorreiter in Sachen Innovation und Umweltschutz und ist Heimat vieler Unternehmen, die ihre Produkte nach den Prinzipien des »Ecodesign«, oder auch »Sustainable Design« entwicklen – Unternehmen wie SunPower sind prominente Beispiele. SunPower ist einer der führenden Hersteller von Solaranlagen weltweit. Neben der Entwicklung von hochinnovativen Solarzellen mit besten Wirkungsgraden hat sich das Unternehmen zu Nachhaltigkeit in allen Phasen der Produktentwicklung verpflichtet. Dass Unternehmen sich dem Klimaschutz verpflichtet fühlen und dabei nicht trotzdem, sondern gerade deshalb erfolgreich sind, gilt als selbstverständlich.

Was ist Ecodesign?

Ecodesign bezeichnet eine Herangehensweise zur Entwicklung nachhaltiger Produkte. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Produktion, sondern um die Konzeption von Produkten, Dienstleistungen und Systemen, die Mensch und Umwelt gleichermaßen nutzen. Ecodesign will durchdachte, innovative Produkte schaffen, die helfen, negative Umwelteinwirkungen zu minimieren.

Denkt man an nachhaltiges, grünes Design, denkt man zunächst an bepflanzte Hauswände und begrünte Stadtlandschaften. Auch das ist Ecodesign – der Abbau von CO2 ist ein wichtiger Aspekt, aber der Grundgedanke reicht weiter. Es geht um ein Mindset bei der Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Systemen. Ein Beispiel ist der Autolack Cool Coatings. Er reflektiert die wärmende Infrarotstrahlung des Sonnenlichts und verhindert so, dass sich Innenraum und Karosserie eines Fahrzeugs zu stark aufheizen – ohne Klimaanlage und damit ohne Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Grundprinzipien dieser nachhaltigen Produktentwicklung ist das Lebenszyklusdenken, bei der die Umwelteinwirkungen eines Produkts während des gesamten Lebenswegs analysiert werden. Dazu gehört nicht nur die Nutzungsphase, sondern auch die Produktion, die Distribution und die Entsorgung. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt sollen in allen Phasen möglichst gering gehalten werden und Ressourcen sollen verantwortungsbewusst eingesetzt werden.

Nachhaltiges Design, nachhaltige Produkte sind im Kommen. Der Bundespreis für Ecodesign fördert diesen Wachstumsmarkt und zeichnet jedes Jahr Produkte, Dienstleistungen und Konzepte mit hoher Designqualität aus, die besonders ökologisch und innovativ sind – wie zum Beispiel den Autolack Cool Coatings oder auch das Konzept zu Berlins erstem überdachtem Radweg, der »Radbahn«.

Wie Nachhaltigkeit den Unternehmenserfolg sichert

Was in vielen Management-Abteilungen heute noch skeptisch beäugt wird, wird in Zukunft für Absatzzahlen sorgen. Ein Blick auf die vielzitierte »Generation Y«, die Generation der zwischen 1980 und 1999 Geborenen, erklärt warum – denn in deren Händen wird schon bald der größte Anteil der Kaufkraft liegen. Selbstbewusst, anspruchsvoll und wählerisch, seien sie, die Millenials. Aber auch gebildet wie nie zuvor, sozial und verantwortungsbewusst. Für ihr Konsumverhalten bedeutet das: Die Verantwortung für Umwelt und andere Menschen ist ihnen wichtig.

Aus welchen Fasern wurde mein T-Shirt gewebt? Woher kommen die Bauteile, die in meinem Smartphone verbaut sind?

Das sind Fragen, die in der Zukunft nicht mehr nur eine eingeschworene Gruppe überzeugter Ökoaktivisten und Vegetarier bewegen, sondern einen großen Teil der Gesellschaft. Zu einem Produkt gehören mehr und mehr auch die Rahmenbedingungen, die aufgrund einer veränderten Informationskultur immer weiter transparent werden. Ecodesign ist eine Herangehensweise, die den Wünschen und Bedürfnissen dieser zukünftigen Zielgruppe entgegenkommt. Sie schafft durchdachte Produkte, die gut für die Umwelt und gut für den Konsumenten sind.

Ganz nebenbei wirkt Ecodesign als Innovationsbooster: Die kompromisslosen Forderungen, Produkte in allen Phasen ihres Lebenszyklus umweltfreundlich zu gestalten, zwingt Produktentwickler dazu ganzheitlich neu zu entwicklen, statt alte Ansätze aufzuhübschen.

Zukunft?

Gefällt mir ein Aspekt eines Produkt nicht, bin ich mit wenigen Klicks bei einem anderen Anbieter – die Konsumenten von heute haben auf dem globalisierten Markt nahezu unbeschränkte Wahlmöglichkeiten. Wer seine Kunden behalten will, muss sie verstehen und sich auf ihre Bedürfnisse einstellen. Schönheitskorrekturen zeigen guten Willen und sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, werden aber langfristig nicht ausreichen, um sich am Markt zu behaupten – zu groß die Konkurrenz.

… jetzt!

Auf der Zukunftsagenda stehen Fragen zum Energie- und Rohstoffverbrauch, zur Nutzung von Rohstoffen und zur Produktlebensdauer. Der beste Zeitpunkt, sich das Thema Ecodesign zu eigen zu machen, ist jetzt!

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