Visual

Beyond

Drei Wege zur grünen Produktentwicklung

Foto: Christine Steinhart

im Juni 2017
von Christine Steinhart

Jeremi Faludi hat Green Product Design in Stanford und am Minneapolis College of Art unterrichtet und ist einer der Autoren des Buchs: »Worldchanging: A User’s Guide for the 21st Century«. Er forscht und gibt Vorträge und Workshops zu Nachhaltigkeit und grünem Produktdesign und berät Unternehmen auf der ganzen Welt – kurz gesagt: mit grünem Produktdesign kennt er sich bestens aus. Einer kleinen Gruppe aus Produktentwicklern, Ingenieuren, Managern und Studenten hat der Sustainable-Design-Stratege an der UC Berkeley die Erkenntnisse seiner Doktorarbeit präsentiert – und die drei vielversprechendsten Methoden zur Entwicklung nachhaltiger Produkte vorgestellt.

Wie schafft man innovative und nachhaltige Produkte?

Grünes Produktdesign wird oft falsch verstanden: Es geht nicht nur darum, Waschmaschinen energieeffizienter zu gestalten. Ecodesign will neue, innovative Produkte schaffen. Leitlinien sind Werte wie Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit. Um solche Produkte zu entwicklen, nutzen Ingenieure und Designer bestimmte Methoden. Jeremi Faludi hat in seiner Doktorarbeit untersucht, mit welchen Tools grüne Produktentwicklung am besten funktioniert. Er hat sich die Frage gestellt, welche Aktivitäten zu Innovation und Nachhaltigkeit führen. Hierfür hat er 14 grüne Entwicklungsmethoden dekonstruiert, analysiert und in Workshops testen lassen. Seine Erkenntnisse: In Bezug auf Innovation und Nachhaltigkeit sind diese drei Methoden besonders vielversprechend:

Biomimetik: Die Natur kennt die Lösung

Die Natur als Mentor – Biomimetik bedeutet, sich Problemlösungen von der Natur abzuschauen. Die Beispiele hierfür sind zahlreich: In Architektur und Fortbewegung findet Biomimetik Anwendung, aber auch bei speziellen Fragestellungen wie der Beschaffenheit von Oberflächen. Überzeugte Verfechter dieser Methode sind überzeugt, dass die Natur zu jeder Fragestellung eine Antwort parat hält – auch wenn zunächst nicht offensichtlich ist, wie diese in ein Produkt umgesetzt werden kann.

Whole system mapping: Das ganze System im Blick

Eine Art Brainstorming: Zuerst visualisiert man das Produkt als System mit all seinen Verbindungen. Ziel ist das Problem als Ganzes zu erfassen und Ziele zu definieren. Um ein Problem zu lösen, brainstormt man immer mit dem Blick auf das große Ganze. Am Schluß entscheidet man, welche der Lösung den Zielen am besten gerecht wird.

Backcasting: der Blick aus der Zunkunftsperspektive

Diese Methode beginnt mit einem Ziel: Bis 2020 soll der Wasserverbrauch beim Duschen halbiert werden. Dann gilt es schrittweise zu definieren, wie man zu diesem Ziel kommt. Dabei müssen alle Aspekte bedacht werden: technologische, kulturelle, organisatorische, usw.: Kann ein wassersparender Duschkopf entwickelt werden? Können Menschen davon überzeugt werden, nicht täglich zu duschen?

Grünes Produktdesign als Inspiration

»Designer und Ingenieure nutzen grüne Produktentwicklungsmethoden kaum als Ganzes, vielmehr bedienen sie sich aus einer Vielzahl an Methoden.«

-- Jeremi Faludi

Je nach Fragestellung suchen sie sich die beste aus und kombinieren sie mit anderen, konventionellen Methoden. Grünes Produktdesign ist demnach keine Wissenschaft für sich, es muss nicht als starre Methode praktiziert werden. Wer innovative und nachhaltige Produkte gestalten will, kann sich von grünen Produktentwicklungsmethoden inspirieren lassen oder sie in bestimmten Phasen der Entwicklung nutzen – das macht diese Methoden zu einem wertvollen und flexiblen Werkzeug.

Geben Sie es weiter: Save, Share, Like, Tweet

Teilen und kommentieren Sie diesen Artikel: Wir freuen uns über Ihre Meinung, Ihr Feedback und den Austausch mit Ihnen.

B2B Content Marketing Insights

Impulse für B2B-Marketing- & Strategie, -Konzept und -Technologie direkt ins Postfach