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Bundespreis Ecodesign

Foto: Entwurf und Copyright: ludwig.schönle

Die Nominierten stehen fest

im September 2017
von Christine Steinhart

Auch wenn grünes Design längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, ist – der Bundespreis für Ecodesign zeigt, dass in Bezug auf innovative, neue Konzepte noch viel Luft nach oben ist. Gebäude, Straßen, Objekte – ein großer Teil unserer Umwelt wurde von Menschen gestaltet und umgesetzt. Damit ist die Chance verbunden, die Welt nicht nur funktional, sondern gleichermaßen nutzerfreundlich, ästhetisch und umweltfreundlich zu gestalten – das zu fördern, ist die Mission von Ecodesign.

Ecodesign: Mehr als energiesparende Waschmaschinen

Ecodesign will Produkte, Dienstleistungen und Systeme nutzer- und umweltfreundlich gestalten. Ein wichtiges Prinzip hierfür ist das Lebenszyklusdenken: Die Umwelteinwirkungen eines Produkts werden von der Herstellung bis zur Entsorgung systematisch analysiert. Ressourcen sollen verantwortungsvoll eingesetzt, Schadstoffe und Abfälle so gut wie möglich vermieden werden. Außerdem wird eine möglichst lange Lebensdauer der Produkte angestrebt. Der Bundespreis für Ecodesign soll diese Entwicklung fördern und zeichnet jedes Jahr Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch überzeugen. Seit letzter Woche stehen die Nominierten fest. Spannende Ideen – es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen. Wir stellen drei der Nominierten vor:

Baubotanik: Gebäude aus Bäumen

Foto: Entwurf und Copyright: ludwig.schönle

Die Baum-Gebilde von Ferdinand Ludwig und Daniel Schoenle sind beeindruckend. Die Stuttgarter Architekten bauen Gebäude aus Bäumen – nein, nicht aus Holz, sondern aus lebenden Bäumen. Damit vereinen sie zwei Bereiche, die klassischerweise separiert sind: Natur und Architektur. Pflanzen werden mit technischen Unterkonstruktionen verbunden. Das Wachstum der Bäume wird so gelenkt, dass sie mit zunehmender Größe und Stabilität selbst zu einem Bauwerk oder zumindest zu einem Bestandteil eines Gebäudes werden können:

Kaputt.de: Das Ende der Wegwerfgesellschaft?

Ein Gerät zu reparieren, statt es zu ersetzen, vermeidet Müll und schont Ressourcen – ein lohnender Ansatz. Bei einem kaputten Smartphone ist kaputt.de eine erste Anlaufstelle: Die Plattform bietet Reparaturvideos, hilft bei der Suche nach Ersatzteilhändlern und lokalen Reparateuren und bietet Alternativen zur Reparatur wie Secondhand-Kauf, Miete, Verkauf oder Recycling. Eine tolle Idee – aktuell gibt es bei kaputt.de aber nur Lösungen für Smartphones, teilweise für Kaffeevollautomaten. Pläne zur Ausdehnung des Services auf weitere Geräte sind noch wenig konkret.

VAUDE: Outdoorkleidung aus Naturmaterialien

Der schwäbische Outdoor-Ausstatter macht immer wieder mit den unterschiedlichsten Ideen für Nachhaltigkeit von sich reden. Dazu gehört unter anderem die Konzeption langlebiger Produkte und der verantwortungsvolle Einsatz von Rohstoffen. Für die Outdoorkollektion 2018 setzt Vaude auf nachwachsende Materialien: zertifizierte Baumwolle, Filzstoff aus Kuhmilch und umweltfreundlich gegerbtes Leder mit rezyklierbaren oder biobasierten Funktionsmaterialien. Kunststoffteile wie Reißverschlüsse, Knöpfe und Schnallen werden beispielsweise aus Ecopaxx, einem Polyamid aus Rizinusöl, hergestellt.

Preisverleihung im November 2017

Innovationsgrad, Design- und Umweltqualität – welche Idee die Jury überzeugt hat, wird am 27. November 2017 verkündet. Bis dahin kann man sich von den insgesamt 20 Nominierten aus den Kategorien Produkt, Service, Konzept und Nachwuchs inspirieren lassen.

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